Art from China forum

Normale Version: Chinesisch auf dem Computer schreiben
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Hallo Forummitglieder,
vielleicht hat ja mal jemand die Herausforderung, chinesisch in guter Form auf das Papier bringen zu müssen. Dazu gibt es (neben den mehr oder weniger guten kommerziellen Programmen) auch gute Möglichkeiten, das mit kostenfreier Software zu erledigen. Nach meiner Meinung ist das Schriftbild auch besser. Mein persönlicher Favorit ist TeX/LaTeX (nicht das Gummi, sondern das Textsatzprogramm, das initial von Donald Knuth geschaffen und von Leslie Lamport und vielen anderen erweitert wurde).

Was braucht man nun also dafür? Zuerst einmal eine TeX-Distribution, die auch chinesische Schriftzeichen enthält, z.B. CTeX (http://ctan.tug.org/tex-archive/language...se/ctex/).
Diese muss komplett installiert werden (Achtung, das dauert seine Zeit). Dann braucht man noch einen geeigneten TeX Editor (eine TeX Arbeitsumgebung, deren gibt es viele, ich bevorzuge den schlanken TeXMaker, den es auch als Portable Version gibt: http://www.xm1math.net/texmaker/download.html
Wird dieser nach CTeX installiert/gestartet, findet er die komplette Umgebung von TeX und es ist nichts weiter zu tun.

Ist CTeX und eine Arbeitsumgebung wie TeXMaker installiert, kann man ziemlich bald Texte in Chinesisch generieren:
  1. TexMaker muss noch konfiguriert werden, um seine Dateien in einem Format abzuspeichern, dass TeX als chinesisch interpretieren kann: UTF-8. Dazu unter *Optionen* *Texmaker Konfigurieren* anklicken und auf der linken Seite den Butten *Editor* auswählen. Dann rechts bei der dritten Option (*Editor: Fontkodierung*) *UTF-8* auswählen. Voilá!
  2. Jetzt brauchen wir noch einen geeignete Eingabemethode, denn mit der üblichen 102/104 Tastentastatur asiatische Zeichen einzugeben, schaffen auch die Chinesen nicht. Glücklicherweise bringt Windows und Linux das von Haus aus mit: Bei Windows unter *Systemsteuerung* *Regions- und Sprachoptionen* auswählen. Im 2. Reiter das Häkchen für *Dateien für ostasiatische Sprachen* aktivieren und auf *Übernehmen* klicken. Es beginnt die Installation einiger Sprachpakete. Danach kann man über *Details* wählen, welche Eingabemethoden man benutzen möchte: Dazu in dem neuen Dialog in der Mitte auf *Hinzufügen* klicken, das Eingabegebietsschema kann auf Deutsch stehen bleiben, und unter Tastaturlayout/IME ein geeignetes Modell auswählen. Dabei ist zu beachten: Chinesisch/traditionell ist für taiwanesisch, chinesisch/vereinfacht ist das jetzt in China verwendete. Für den Anfang sollte Chinese (Simplified) - Microsoft PinYin reichen, die anderen bieten (für den versierten Chinesen) Vereinfachungen wie verkürzte Eingabe etc. Die Installation eines IMEs unter Linux reiche ich bei Bedarf noch nach.
  3. LaTeX ist ein Textsatzsystem, kein Wortprozessor wie Word oder ähnliches. Ich muss dem System also sagen, was es tun soll, und zwar in einer Reihe von \Befehlen. Dies klingt erst mal umständlich, ist es zunächst auch, erleichtert aber auch die Arbeit, weil ich mich nicht mehr um die Positionierung von irgendwelchen Elementen kümmern muss, sondern dem System nur sage muss, wo ich was stehen haben möchte. Für den Anfang braucht ihr nur folgenden Text in einer Datei mit TeXMaker erstellen und abspeichern:

    \documentclass{article}

    \usepackage[utf8]{inputenc}
    \usepackage[english]{babel}
    \usepackage{CJK,pinyin,graphicx,color}
    \newcommand{\chin}[1]{\begin{CJK}{UTF8}{gbsn}#1 \end{CJK}\inputencoding{utf8}}

    \begin{document}

    \chin{你好我是骆兵洋}


    \end{document}

    Wichtig ist dabei, den eigentlichen Text zwischen das \begin{document} und das \end{document} zu schreiben, dort steht der eigentliche Textkörper. Um chinesische Schriftzeichen darzustellen, habe ich mit \newcommand{\chin} ein neues Kommando erstellt, dass ich im gesamten Dokument nach belieben benutzen darf. Wenn ich nun noch eine chinesische Silbe in PinYin darstellen will, brauche ich im Text nur noch die Silbe, vorangestellt ein \ mit der Betonung hinten dran zu schreiben, z.B.: \ni3 \hao3 \wo3 \shi4 \luo3 \bing1 \yang2 Das ganze brauche ich nur noch mit [f6] (PDFLaTex) in ein PDF-Dokument zu verwandeln, fertig.
  4. Hier kann ich natürlich nur einen kurzen Abriss über alle Möglichkeiten und Hürden in LaTeX geben, für mehr Informationen verweise ich auf das www oder CTAN



Liebe Grüße und Viel Spaß,
Hi

Vielen Dank für die gute Anleitung!
Wäre es möglich, dass Du diese Zeile ein bisschen genauer erläuterst:

\newcommand{\chin}[1]{\begin{CJK}{UTF8}{gbsn}#1 \end{CJK}\inputencoding{utf8}}

Da ich jetzt an meiner Abschlussarbeit mit Antik-Chinesisch arbeite, möchte ich fragen, wie ich die traditionellen Zeichen darstellen kann. Mit dem hier Erläuterten, scheint es nicht zu funktionieren.

Beste Grüsse
Alles klar:
{bsmi} ist für den Traditionellen Zeichensatz und {gbsn} ist für den vereinfachten Zeichensatz!
Hallo laughingBuddha,
so schnell kann ich gar nicht antworten, wie Du selber die Antwort gefunden hast. Danke, dass Du Deine Lösung hier noch mal veröffentlicht hast. Ist Dir die Bedeutung der Zeile damit klar?

Grüße auch Beijing,

Jan
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